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Energetische Renovierung

In einem Altbau werden ca. 85% der Energie zum Heizen und zum Erwärmen von Wasser gebraucht. Dieser Energieverbrauch kann durch eine komplette energetische Renovierung um ca. 50-70% gesenkt werden. Vollständig renovierte Altbauten erreichen das Niveau eines Niedrigenergiehauses.

Unrenovierte Altbauten liegen in der Regel in den Effizienzklassen G-I des Energiepasses. Die energetische Qualität dieser Gebäude ist gering, der Bedarf an Heizenergie hoch.

Der komplett energetisch renovierte Altbau liegt in den Effizienzklassen C-E. Seine energetische Qualität ist deutlich verbessert.

Altbau vor Renovierung

 

Altbau nach Renovierung

Thermischer Komfort

Die Behaglichkeit eines Raumes hängt von der Temperatur der Raumluft und der Wandoberflächen ab. Der Mensch „fühlt“ eine Temperatur, die einem Mittelwert aus der Temperatur der Raumluft und der ihn umgebenden Oberflächen entspricht.

Ungenügend gedämmte Außenhülle

Gut gedämmte Außenhülle

Sind die Wandoberflächen kalt, muss man die Temperatur der Raumluft deutlich erhöhen, also mehr heizen, um ein behagliches Raumklima zu erzielen. Sind die Wandoberflächen warm, wird auch eine geringere Temperatur der Raumluft als angenehm warm empfunden. Wärmedämmung erhöht die Oberflächentemperatur kalter Außenwände.

Eine gut gedämmte Gebäudehülle hilft Energie zu sparen und steigert den Wohnkomfort spürbar!

Wirtschaftliche Aspekte

Dämmmaßnahmen sind wirtschaftlich, wenn sie im Rahmen von Instandhaltungs- oder Umbauarbeiten ausgeführt werden. Investitionen in Dämmmaßnahmen amortisieren sich durch die Einsparung von Energiekosten. Je nach Steigerung der Energiepreise wird dies schneller oder weniger schnell der Fall sein. Der Komfortgewinn ist kaum zu beziffern, steht dem Bewohner jedoch sofort zur Verfügung. Langfristig wird der Wert einer energetisch renovierten Immobilie gesteigert.

Welche Maßnahmen verbessern Ihr Haus?

Wollen Sie die energetische Qualität Ihres Hauses verbessern, müssen Sie Außenwände, Fenster, Kellerdecken und Dachflächen dämmen.

Wärmeverluste eines Altbaus

Außenwand / Fenster
Im ungedämmten Haus "verlieren" Fenster und Außenwand ca. 35-45% der Wärme. Außenwände werden mittels einer Außendämmung energetisch verbessert. Eine Außendämmung sollte mindestens 12 cm betragen, 16-20 cm sind wirtschaftlich und energetisch sinnvoller.

Dämmung der Außenwand

Innendämmung ist das geeignete Dämmverfahren, wenn eine Außendämmung nicht möglich ist. Innendämmungen bestehen aus Tragkonstruktion, Dämmstoff, Dampfbremse und Innenverkleidung. Sie sind bauphysikalisch anspruchsvoll und sollten ausschließlich von Fachkräften ausgeführt werden.

Betrachten Sie Fenster und Außenwände als Einheit. Fenster sollten ausgetauscht werden, nachdem die Außenwände gedämmt wurden.

Oberste Geschossdecke
Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine kostengünstige und bautechnisch einfache Dämmmaßnahme. Sie ist sinnvoll, wenn der Raum unter den Dachschrägen nicht zu Wohnzwecken genutzt wird. Dämmstärken der obersten Geschossdecke sollten bei ca. 18-20 cm liegen.

Dämmung der Dachschrägen

Dachschrägen
Dachschrägen werden gedämmt, wenn der Speicher zu Wohnzwecken umgebaut wird. Die Dämmung der Dachschrägen sollte ca. 20 cm betragen. Bei geringer Sparrenhöhe muss diese durch einen Untersparren vergrößert werden. Wird die Dachdeckung erneuert, kann die Dämmung auf die Sparren aufgebracht werden.

Kellerdecke
In vielen Häusern besteht die Kellerdecke aus einer ungedämmten Betondecke. Eine Dämmung kann auf der Unterseite angebracht werden und sollte ca. 8 cm betragen.

Schimmelpilzrisiko senken!

Schimmelpilzprobleme entstehen durch unzureichendes Lüften und kalte Wände. Werden in einem Haus die Fenster ausgetauscht ohne die Außenmauern energetisch zu verbessern, steigt das Schimmelpilzrisiko. Zu hohe Luftfeuchtigkeit kondensiert an der kalten Innenseite der Außenwände. Wird unzureichend gelüftet, so steigt das Schimmelpilzrisiko deutlich an.

Lüftungsanlagen
Lüften evakuiert Feuchtigkeit aus Wohnungen und verringert das Schimmelpilzrisiko. Eine Lüftungsanlage garantiert den notwendigen Luftaustausch. Dezentrale Anlagen sind im Altbau einfach nachzurüsten. Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung sparen zusätzlich Energie. Ihr Einbau ist meist nur bei größeren Umbauarbeiten zu realisieren.

Thermografie vor Renovierung

Thermografie nach Renovierung

Anlagentechnik

Der erste Schritt zum Energiesparen besteht in der Dämmung der Gebäudehülle. Durch den verringerten Energiebedarf kann die neue Heizanlage entsprechend kleiner dimensioniert werden. Heizkessel, die älter als 20 Jahre sind, sollten durch einen modernen Kessel ausgetauscht werden.

Dämmung eines Warmwasserrohrs

Im Keller sollten Heizungs- und Warmwasserrohre mit 4 cm dickem Dämmmaterial gedämmt werden. Eine witterungsgeführte Regelung passt die Heizkörpertemperatur der Außentemperatur an. Thermostatventile vermeiden zu hohe Raumtemperaturen.

CO2-Emissionen werden auch mittels erneuerbarer Energien reduziert. Moderne Pelletheizungen sind ähnlich bedienungsfreundlich wie Ölzentralheizungen. Wärmepumpen können installiert werden, wenn der Altbau gut isoliert ist. Wasser sollte mittels Solarenergie erwärmt werden.

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