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Energieeffizienter Neubau

Beispiel eines Passivhauses (Quelle: Massiv Passiv)

Sie planen einen Neubau und wollen diesen energieeffizient gestalten? Hier finden Sie die wichtigsten Planungsprinzipien und eine Einführung in die Anlagentechnik.

Planungsprinzipien

Beim Entwurf eines energieeffizienten Wohnhauses sollen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Wahl einer kompakten Gebäudeform und Vermeidung von energetisch nachteiligen Vor- und Rücksprüngen in der Fassade.
  • Weitgehende Südausrichtung der Fensterflächen der Aufenthaltsräume (Wohnzimmer, Büro, Schlafzimmer,…) sowie Vermeidung einer Verschattung dieser Fensterflächen während der Heizperiode. Abweichungen bis 30° zur Südausrichtung bedingen nur eine geringe Verschlechterung der Solargewinne. Schutz vor sommerlicher Überhitzung mittels Verschattungssystem an süd- und westorientierten Fensterflächen.
  • Vermeidung von Wärmebrücken (Schwachstellen durch Wärmeverluste z.B. bei Balkonen, im Dach- und Kellerbereich). Mittels einer Thermografiekamera können diese Schwachstellen am fertigen Objekt überprüft und analysiert werden.
  • Luft- und winddichte Ausführung der Gebäudehülle zur Vermeidung von Energieverlusten und Bauschäden (Anschluss von Dach- an Wandbereich, fachgerechte Ausführung von Wärmedämmungen, Abdichten der Fensterrahmenanschlüsse, Abdichten der Elektroinstallation und der Wasser führenden Leitungen, ...). Achten Sie dabei auf die vorgegebenen Grenzwerte gemäß der Energieeffizienzverordnung für Wohngebäude. Kontrolle der Luftdichtheit über den Blower-Door-Test.
  • Effiziente Anlagentechnik einsetzen und nach Möglichkeit im beheizten Bereich installieren.
  • Vorzugsweise auf erneuerbare Energieträger zurückgreifen.

Wählen Sie eine möglichst kompakte Gebäudeform!

Die Wärmedämmung der Gebäudehülle spielt die wichtigste Rolle bei der Planung eines energieeffizienten Wohnhauses. Die Wärmedämmeigenschaft der Baumaterialien wird über den U-Wert bestimmt. Je niedriger dieser Wert, desto geringer die Transmissionswärmeverluste. Die Wahl der Bauweise (Massivbauweise oder Holzbauweise) wird hierdurch nicht eingeschränkt.

Außenwanddämmung

Dämmung einer Außenwand aus Holz

 

Dachdämmung

Dämmung der Kellerdecke

Beim Passivhaus müssen diese Prinzipien noch konsequenter umgesetzt werden als beim Niedrigenergiehaus; vor allem aber sind höhere Dämmstandards der Gebäudehülle anzustreben und Wärmebrücken systematisch zu vermeiden. Gemäß der Bestimmungen in Luxemburg entspricht ein Passivhaus den Effizienzklassen A und ein Niedrigenergiehaus den Effizienzklassen B.

[W/m²K] Richtwerte für U-Werte
  Neubau 2008 Niedrigenergiehaus Passivhaus
Außenwand 0,26 0,20 0,15
Dach 0,23 0,15 0,15
Kellerdecke 0,35 0,25 0,17
Fenster (Glas und Rahmen) 1,35 1,25 0,85

Anlagentechnik

Je besser der Wärmeschutz der Gebäudehülle, desto kostengünstiger und einfacher kann die Technik ausgeführt werden. Im Rahmen der Energieeffizienzverordnung für Wohngebäude spielen die erneuerbaren Energiequellen eine zunehmend wichtige Rolle, da sie zum Erreichen einer besseren Primärenergieeffizienzklasse beitragen.

Beim Niedrigenergie- und Passivhaus ist der Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (mindestens 75%) erforderlich. Bei fachgerechter Planung und Ausführung garantiert diese ein sehr angenehmes Raumklima und erlaubt die Wärmeverluste gegenüber einer herkömmlichen Fensterlüftung deutlich zu senken.

Beim Bau des Hauses ist ein Leitungsnetz für Zu- und Abluft vorzusehen. Die zentrale Lüftungsanlage entzieht verbrauchte und warme Luft aus Küche und Bad. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme dieser Abluft an die Frischluft zur Versorgung der Aufenthaltsräume (im Wesentlichen Wohnzimmer und Schlafzimmer) abgegeben.

Primärenergiebedarf verschiedener Haustypen

Primärenergiebedarf unterschiedlicher Haustypen: 1 Neubau 2008, 2 Niedrigenergiehaus (Klasse B), 3 Passivhaus (Klasse A)

Folgende umweltschonende Heizungstechnologien können empfohlen werden:

  • Solarthermische Anlagen wandeln Sonnenlicht in Wärme um und können zur Erwärmung des Brauchwassers (bis zu 65% des jährlichen Energiebedarfs zur Warmwasseraufbereitung) und zu Heizzwecken genutzt werden. Eine günstige Voraussetzung bei der Heizungsunterstützung ist ein Niedertemperaturheizsystem.
  • Dank moderner Feuerungstechnologien und schüttfähiger Pellets und Hackschnitzel kann Holz eine umweltfreundliche, komfortable und wirtschaftliche Alternative zu Heizöl oder Erdgas darstellen.
  • Erdwärmepumpen nutzen die Wärme aus dem Erdreich mittels Tiefensonden oder horizontalen Erdkollektoren zu Heizzwecken. Diese Technologie weist hohe Nutzungsgrade in Kombination mit einem Niedertemperaturheizsystem (Fußbodenheizung oder Niedertemperaturheizkörper) auf.
  • Brennwertkessel nutzen die Restwärme aus den Abgasen durch Kondensation. Eine günstige Voraussetzung ist ein Niedertemperaturheizsystem.

Auch die konsequente und hochwertige Dämmung der Leitungen und Armaturen für Warmwasser und Heizwärme im unbeheizten Bereich (z.B. Keller) ist wichtig. Die Dämmstoffstärke bei freiliegenden Leitungen soll etwa dem Leitungsdurchmesser entsprechen.

Energiebilanz eines Wohnhauses: 1 Transmissionsverluste, 2 Lüftungsverluste (Lüftungsanlage), 3 Lüftungsverluste (Infiltration), 4 Solare Gewinne, 5 Interne Gewinne

 

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