Fragen zur Förderung energetischer und nachhaltiger Renovierungen im Rahmen der PRIMe House ab 2017

Welche Kriterien müssen nachträgliche Dämmmaßnahmen entsprechend der großherzoglichen Verordnung vom 27. Dezember 2016 ab dem 1. Januar 2017 erfüllen?

Ab dem 1. Januar 2017 (Rechnungsdatum der Energieberatung) müssen Dämmmaßnahmen sowohl Kriterien der Energieeffizienz als auch der Nachhaltigkeit erfüllen. Die Kriterien der Energieeffizienz entsprechen im Wesentlichen denen des vorherigen PRIMe House Programms, beziehen sich also auf den Energieeffizienzstandard.

Die Kriterien der Nachhaltigkeit beziehen sich auf die Ökologie des Dämmmaterials und auf die Art seiner Befestigung sowie auf den für die Herstellung des Dämmmaterials eingesetzten Rohstoff.

Die ökologische Qualität ist definiert durch die mit Hilfe des Kennwertes Ieco12 bewerteten Umweltauswirkungen eines Dämmmaterials.

(Stand 10/2017)

Welche Anforderungen müssen die Maßnahmen zur nachhaltigen energetischen Renovierung erfüllen, um zum Erhalt der spezifischen finanziellen Beihilfe des PRIMe House-Programms zu berechtigen?

Die Maßnahmen zur nachhaltigen energetischen Renovierung müssen die nachstehenden Anforderungen erfüllen:

  • Die Mindestdicke des Dämmmaterials (Tabelle Anhang II, betreffend Artikel 2 der großherzoglichen Verordnung bezügliches Programms der finanziellen Beihilfen http://legilux.public.lu/eli/etat/leg/rgd/2016/12/23/n42/jo
  • Der Ökologiekennwert Ieco12 des Dämmmaterials liegt unter 50 UI6/m2.  

Maßnahmen mit Dämmmaterialien, deren Ökologiekennwert Ieco12 über 50 UI6/m2 liegt, sind nicht förderfähig, mit Ausnahme der Dämmmaßnahmen von erdberührten Bauteilen.

(Stand 10/2017)

Welche Anforderungen muss das Dämmmaterial erfüllen, um zum Erhalt der zusätzlichen finanziellen Beihilfe des PRIMe House-Programms zu berechtigen?

Dämmmaterialien, die zum Erhalt der zusätzlichen finanziellen Beihilfe berechtigen, müssen die nachstehenden Anforderungen allesamt erfüllen: 

  • Der Kennwert Ieco12 des Dämmmaterials liegt unter 23,7 UI6/m2,
  • Das Dämmmaterial besteht ausschließlich aus erneuerbaren Materialien,
  • Das Dämmmaterial ist ausschließlich mechanisch befestigt.

Unter einem „ausschließlich aus erneuerbaren Materialien“ bestehenden Dämmmaterial ist ein Dämmmaterial aus erneuerbaren Rohstoffen zu verstehen. Im Gegensatz zu synthetischen Materialien aus nicht erneuerbaren petrochemischen Ressourcen und mineralischen Materialien, die in erster Linie aus mineralischen Primärressourcen oder zuweilen aus teilweise recycelten mineralischen Ressourcen bestehen, bestehen erneuerbare Materialien abgesehen von den erforderlichen Zusatzstoffen zur Sicherstellung der technischen Anforderungen des Dämmmaterials (z.B. Flammschutzmittel) aus pflanzlichen oder tierischen Fasern. Der Begriff „erneuerbar“ ist folglich nicht mit dem Begriff „recycelbar“ zu verwechseln, der auch Materialien aus nicht erneuerbaren Quellen umfassen kann, wie beispielsweise synthetische Materialien auf Erdölbasis.

Das „erneuerbare“ Dämmmaterial darf mit Ausnahme der Putzschicht ausschließlich mechanisch befestigt werden. Daraus folgt, dass eine Befestigung der Platten durch Verkleben und Verdübeln nicht zum Erhalt der zusätzlichen finanziellen Beihilfe berechtigt.

(Stand 10/2017)

Was beschreibt der Kennwert Ieco12?

Der Kennwert Ieco12 beschreibt die Umweltbelastung (Ienv) sowie die Primärenergiebelastung (Iprim) eines Dämmmaterials bezogen auf eine Dämmschichtdicke von 12 cm. Somit entsteht eine Umweltbewertung unabhängig von der bestehenden Bausubstanz unter Einbeziehung der grauen Energie der verwendeten Dämmstoffe.

In welchen Fällen wird der Kennwert Ieco12 berücksichtigt?

Der Kennwert Ieco12 bewertet eine neue, nachträglich eingebrachte Dämmschicht und wird in folgenden Fällen berücksichtigt:

  • bei einer energetischen Renovierung von Bauteilen der Gebäudehülle im Rahmen des Förderprogramms „PRIMe House 2017“,
  • im Rahmen einer LENOZ-Zertifizierung eines renovierten Bestandsgebäudes.

Wie wird der Kennwert Ieco12 berechnet?

Der Kennwert Ieco12 ist für einige Dämmmaterialien im Kapitel 7.3 der „Annexe du règlement grand-ducal relatif à la certification de la durabilité des logements“ angegeben und kann übernommen werden.

Im Falle des Einsatzes anderer Dämmmaterialien können die Experten den Kennwert Ieco12 mithilfe des unter nachstehendem Link verfügbaren Tools „Icalc berechnen.

(Stand 10/2017)

Ist der Ausbau eines bestehenden Wohngebäudes im Rahmen des Beihilfeprogramm PRIMe House förderfähig?

Die neuen Bauteile des Ausbaus eines bestehenden Wohngebäudes können mit staatlichen Beihilfen im Rahmen einer energetischen Renovierung gefördert werden.

Daraus folgt, dass die im Gesetz bzw. in der großherzoglichen Verordnung vom 23. Dezember 2016 festgesetzte Grundsatzvereinbarung vor Beginn der Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten zu beantragen ist.

Gleichwohl ist eine einfache Erweiterung eines Wohngebäudes ohne eine verglichen mit dem Ausgangszustand des Gebäudes zu Energieeinsparungen führende energetische Renovierung der thermischen Hülle des bestehenden Gebäudes nicht förderfähig.

(Stand 10/2017)

Unter welchen Voraussetzungen berechtigt der Umbau eines Nutzgebäudes in ein Wohngebäude zum Erhalt von finanziellen Beihilfen aus dem staatlichen Beihilfeprogramm PRIMe House?

Der Umbau eines nicht Nutzgebäudes in ein Wohngebäude berechtigt zum Erhalt der staatlichen PRIMe House-Beihilfen für die nachhaltige energetische Renovierung, sofern die Baugenehmigung für einen Umbau oder eine Nutzungsänderung erteilt wurde.

Daraus folgt, dass die im Gesetz bzw. in der großherzoglichen Verordnung vom 23. Dezember 2016 festgesetzte Grundsatzvereinbarung vor Beginn der Umbauarbeiten zu beantragen ist.

Der Umbau eines Nutzgebäudes berechtigt zum Erhalt der staatlichen PRIMe House-Beihilfen für Wohnneubauten, sofern die Baugenehmigung für einen Neubau erteilt wurde. Das umgebaute Gebäude muss in Bezug auf die Energieeffizienz in jedem Fall den geltenden Anforderungen für Neubauten entsprechen.

(Stand 10/2017)

Was tun, wenn die Renovierungsmaßnahme nicht in Übereinstimmung mit der Grundsatzvereinbarung umgesetzt wird?

Ein Antrag auf Erhalt einer Grundsatzvereinbarung ist vom Antragsteller vor dem Beginn der Arbeiten zur energetischen Renovierung einzureichen. Sofern der Antragsteller das Renovierungskonzept auf Anraten des Energieberaters nach dem Erhalt der Grundsatzvereinbarung verändert, kann der Antragsteller den Erhalt einer neuen Grundsatzvereinbarung beantragen. Diese Beantragung ist freiwillig. Sofern sich der Antragsteller darüber vergewissern möchte, dass das veränderte Renovierungskonzept förderfähig bleibt, ist die Neubeantragung der Grundsatzvereinbarung hingegen von wesentlicher Bedeutung.

(Stand 10/2017)

Welche Arbeiten einer Renovierungsmaßnahme gelten als förderfähige Kosten im Sinne des PRIMe House-Programms?

Im Allgemeinen gelten sämtliche Kosten in Verbindung mit den für den Einbau eines Dämmmaterials erforderlichen Arbeiten als förderfähige Kosten. Die Umweltverwaltung stellt eine ausführliche Liste der betreffenden Arbeiten bereit.

(Stand 10/2017)

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