Fragen zum Nachweis der Förderkriterien für nachhaltige Wohnneubauten ab 2017

Welche Anforderungen müssen Wohnneubauten ab 2017 erfüllen, um im Rahmen des PRIMe-House-Programms gefördert werden zu können?

Wohnneubauten, für die eine Baugenehmigung zwischen dem 1.Januar 2017 und dem 31.Dezember 2020 beantragt wird, können im Rahmen des PRIMe-House-Programm gefördert werden, wenn sie für eine Auswahl von 46 LENOZ-Kriterien aus 3 Kategorien 60% der möglichen Punkte pro Kategorie erreichen.

Für die Kriterien 4.1.1 und 5.8.1 gelten darüber hinaus folgende Anforderungen:

- 4.1.1. „Umweltbewertung der Baumaterialien“:

  • 24/40 Punkte,
  • 21/40 Punkten bei Gebäuden mit mindestens 3 Etagen über dem Erdgeschoss,

- 5.8.1 „Aufbau und Demontagefähigkeit“:

  • 2017: 6/10 Punkte,
  • 2018: 8/10 Punkte,
  • 2019: 100% Förderung bei 10/10 Punkten, 80% Förderung bei 8/10 Punkten.

Wie werden die Kennwerte Ienv und Iprim berechnet?

Die Kennwerte Ienv und Iprim werden bei der U-Wert-Berechnung im Energiepass automatisch gerechnet, d.h. der Experte muss sie nicht eigenhändig berechnen.

Im Kapitel 7.3 der «Annexe du règlement grand-ducal relatif à la certification de la durabilité des logements» ist der Kennwert Ienv für verschiedene Konstruktionen angegeben. Die aktuellen, im LuxEeB-H-tool hinterlegten Materialwerte können im Dokument „Materialdaten LENOZ 2016“ online  eingesehen werden.

Was bewertet der Kennwert Ienv?

Der Kennwert Ienv bewertet die folgenden Umweltauswirkungen der verbauten Baumaterialien:

  • Treibhauspotenzial (GWP)
  • Ozonschichtabbaupotenzial (ODP)
  • Ozonbildungspotenzial (POCP)
  • Versauerungspotenzial (AP)
  • Überdüngungspotenzial (EP)

Kann ein Experte andere Materialdaten zu den Umweltauswirkungen verwenden, als die im LuxEeB-H-tool hinterlegten Daten?

Alternativ zu den im LuxEeB-H-tool hinterlegten Daten können die Materialdaten folgenden Quellen entnommen werden:

  • „Ökobau.dat 2016 nach EN 15804 (Ausgabe vom 18.05.2016)
  • EPD (Environmental Product Declaration) nach EN 15804 des Herstellers. Falls diese Materialdaten in den Einheiten kg oder m2 angegeben sind, muss der Experte in einem ersten Arbeitsschritt die Umweltauswirkungen der Baumaterialien in Werte pro m3 umrechnen. Anschließend werden die harmonisierten Umweltauswirkungen in die Berechnungsformel eingefügt (siehe „Annexe du règlement grand-ducal relatif à la certification de la durabilité des logements“).

Was tun, wenn zu einem Baumaterial keine Daten zu den Umweltauswirkungen vorliegen?

Für den Fall, dass die erforderlichen Daten weder in der Ökobau.dat noch in einer EPD vorliegen, kann ein Baumaterial nicht entsprechend der in der „Annexe du règlement grand-ducal relatif à la certification de la durabilité des logements“ vorgesehenen Formel berechnet werden.

Wie sind die Anforderungen an die Demontierbarkeit eines Neubaus?

Die Anforderungen entsprechen denen des LENOZ-Kriteriums 5.8. Der überwiegende Anteil eines Bauteils muss einfach demontierbar bzw. trennbar sein. Dabei müssen sämtliche Schichten eines Bauteils berücksichtigt werden, welche auch für die U-Wert-Berechnung berücksichtigt werden.

Ausgenommen von der Anforderung an die Demontierbarkeit sind:

  • Putzschicht auf Dämmungen auf Mauerwerk
  • Erdberührte Bauteile

Stand 06/2017

My Energy G.I.E. übernimmt keine Verantwortlichkeit für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen auf dieser Seite. Einzig und alleine die im Memorial veröffentlichten Texte der groβherzoglichen Verordnung sind rechtsbindend.

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