Fragen zur LENOZ-Kategorie 4: Ökologie

Was bewertet der Kennwert Ienv?

Der Kennwert Ienv bewertet die folgenden Umweltauswirkungen der verbauten Baumaterialien:

  • Treibhauspotenzial (GWP)
  • Ozonschichtabbaupotenzial (ODP)
  • Ozonbildungspotenzial (POCP)
  • Versauerungspotenzial (AP)
  • Überdüngungspotenzial (EP)

Wie wird der Kennwert Ienv berechnet?

Der Kennwert Ienv wird bei der U-Wert-Berechnung im Energiepass automatisch gerechnet, d.h. der Experte muss Ienv nicht eigenhändig berechnen.

Im Kapitel 7.3 der «Annexe du règlement grand-ducal relative à la certification de la durabilité des logements» ist der Kennwert Ienv für verschiedene Konstruktionen angegeben. Die aktuellen, im LuxEeB-H-tool hinterlegten Materialwerte können im Dokument „Materialdaten LENOZ 2016“ auf der Internet Seite http://www.ml.public.lu/fr/lenoz/Experts/index.html eingesehen werden.

Kann ein Experte andere Materialdaten zu den Umweltauswirkungen verwenden, als die im LuxEeB-H-tool hinterlegten Daten? 

Alternativ zu den im LuxEeB-H-tool hinterlegten Daten können die Materialdaten folgenden Quellen entnommen werden:

  • „Ökobau.dat 2016 nach EN 15804 (Ausgabe vom 18.05.2016)
  • EPD (Environmental Product Declaration) nach EN 15804 des Herstellers.

Falls diese Materialdaten in den Einheiten kg oder m2 angegeben sind, muss der Experte in einem ersten Arbeitsschritt die Umweltauswirkungen der Baumaterialien in Werte pro m3 umrechnen. Anschließend werden die harmonisierten Umweltauswirkungen in die Berechnungsformel eingefügt (siehe „Annexe du règlement grand-ducal relative à la certification de la durabilité des logements“).

Was tun, wenn zu einem Baumaterial keine Angaben der Umweltauswirkungen vorliegen? 

Für den Fall, dass die erforderlichen Angaben weder in der Ökobau.dat noch in einer EPD vorliegen, kann ein Baumaterial nicht entsprechend der in der „Annexe du règlement grand-ducal relative à la certification de la durabilité des logements“ vorgesehenen Formel berechnet werden.

Welcher Primärenergiebedarf wird für die Berechnung des Kennwerts Iprim im Falle von Neubauten berücksichtigt? 

Im Falle einer LENOZ-Zertifizierung eines Neubaus werden für die Berechnung des Kennwerts Iprim sowohl der Primärenergiebedarf für die Erstellung des Wohngebäudes als auch der Primärenergiebedarf über 30 Jahren für das Beheizen des Gebäudes berücksichtigt.

Welcher Primärenergiebedarf wird für die Berechnung des Kennwerts Iprim im Falle eines Bestandsgebäudes berücksichtigt?

Im Falle eines Bestandsgebäudes berücksichtigt der Kennwert Iprim (Kriterium 4.2) nur den Primärenergiebedarf der technischen Installationen, die zur Konditionierung des Gebäudes dienen.

Der Primärenergieaufwand der bestehenden Bausubstanz wird nicht berücksichtigt.

Welche Bauteile und Bauteilschichten eines Wohngebäudes werden für die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim berücksichtigt? 

Im Falle eines Neubaus werden die Bauteile der thermischen Hülle sowie die Innenwände und -decken berücksichtigt. Sämtliche Bauteilschichten (auch Abdichtungen), die für die U-Wert-Berechnung betrachtet werden müssen, sind für die Berechnung der Kennwerte zu berücksichtigen.

Nicht zu berücksichtigen sind die Oberflächenbehandlungen der Wände, Böden und Decken (z.B. Tapeten, Farben, Bodenbeläge,…)

Im Falle eines Bestandgebäudes werden ausschließlich die im Zuge der Renovationsarbeiten neu eingebrachten Dämmstoffe berücksichtigt.

Was beschreibt der Kennwert Ieco

Der Kennwert Ieco beschreibt die Gesamtökologie aller Baumaterialien eines Wohnungsneubaus und setzt sich zusammen aus den Kennwerten Iprim und Ienv. Der Kennwert Ieco ist ein rein informativer Wert und fließt nicht in die Bewertung der Nachhaltigkeit eines Neubaus ein.

Was beschreibt der Kennwert Ieco12

Der Kennwert Ieco12 beschreibt die Umweltbelastung (Ienv) sowie die Primärenergiebelastung (Iprim) eines Dämmmaterials bezogen auf eine Dämmschichtdicke von 12 cm. Somit entsteht eine Umweltbewertung unabhängig von der bestehenden Bausubstanz unter Einbeziehung der grauen Energie der verwendeten Dämmstoffe.

In welchen Fällen wird der Kennwert Ieco12 berücksichtigt?  

Der Kennwert Ieco12 bewertet eine neue, nachträglich eingebrachte Dämmschicht und wird in folgenden Fällen berücksichtigt:

  • bei einer energetischen Renovierung eines Außenbauteils im Rahmen des Förderprogramms „PRIMe House 2017“ ,
  • im Rahmen einer LENOZ-Zertifizierung eines renovierten Bestandsgebäudes.  

Wie wird der Kennwert Ieco12 ermittelt?  

Der Kennwert Ieco12 ist für einige Dämmmaterialien im Kapitel 7.3 der „Annexe du règlement grand-ducal relative à la certification de la durabilité des logements“ angegeben und kann übernommen werden.

Kommen andere Dämmmaterialien zum Einsatz kann der Kennwert Ieco12 vom Experten dank einem Kalkulator online berechnet werden.

Stand 03/2017

Mit Ihrem Besuch auf dieser Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies, die uns die Erstellung von Besucherstatistiken ermöglichen. Weitere Informationen