Fragen zur LENOZ-Kategorie 4: Ökologie

Wie wird die Ökologie eines Wohngebäudes nach LENOZ bewertet?

Die Ökologie eines Wohngebäudes wird durch die Ökologiekennwerte Ienv und Iprim bewertet. Der Kennwert Iprim bewertet den Primärenergiebedarf der Baumaterialien und der technischen Installationen über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Kennwert Ienv bewertet die Umweltverträglichkeit eines Materials oder eines Bauteils auf Grundlage der folgenden Umweltauswirkungen:

  • Treibhauspotenzial (GWP),
  • Ozonschichtabbaupotenzial (ODP),
  • Ozonbildungspotenzial (POCP),
  • Versauerungspotenzial (AP),
  • Überdüngungspotenzial (EP).

Darüber hinaus wird die Ökologie eines Wohngebäudes auch durch die nachstehenden Kriterien bestimmt:

  • Einsatz von Holz aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung;
  • Senkung des Trinkwasserverbrauchs und der Abwassermenge;
  • Einsatz erneuerbarer Energien;
  • Eigenverbrauch des seitens der Photovoltaikanlage erzeugten Stroms;
  • Senkung des Stromverbrauchs der Haushaltsgeräte.

(Stand 10/2017)

Wie berechnet man die Ökologiekennwerte Ienv und Iprim?

Im Allgemeinen werden die Ökologiekennwerte Ienv und Iprim beim Ausfüllen des Berechnungsblattes der Wärmedurchgangskoeffizienten der verschiedenen Schichten der thermischen Hülle (U-Wert) automatisch berechnet (ausgehend von der im LuxEeb-Tool implementierten Datenbank).
Im Kapitel 7.3 der «Annexe du règlement grand-ducal relative à la certification de la durabilité des logements» ist der Kennwert Ienv für verschiedene Konstruktionen angegeben. Die aktuellen, im LuxEeB-H-tool hinterlegten Materialwerte können eingesehen werden im Dokument „Materialdaten LENOZ 2016“ auf der Internetseite http://www.ml.public.lu/fr/lenoz/Experts/index.html
(Stand 10/2017)

Kann ein Experte zur Berechnung der Umweltauswirkungen andere Materialdaten als die im LuxEeB-H-Tool hinterlegten Daten verwenden?

Ein Experte kann andere Materialdaten als die im LuxEeb-H-Tool hinterlegten Daten verwenden, und zwar:

  • « Ökobau.dat 2016 » conformément à la norme EN 15804 (édition du 18.05.2016)

oder

  • EPD (Environmental Product Declaration) du constructeur conformément à la norme EN 15804.

Sofern sich die Verwendung einer EPD für ein spezifisches Produkt als vorteilhaft erweist, steht den Experten der seitens des Ministeriums für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen bereitgestellte Icalc-Kalkulator zur Verfügung, der auf der Webseite www.myenergy.lu unter der Rubrik „Experten“ heruntergeladen werden kann.
Im Falle der individuellen Berechnung seitens des Experten sind die zur Berechnung der Ökologiekennwerte erforderlichen Werte in Blatt Nr. 4 des Icalc-Kalkulators einzutragen.

Im Anschluss daran sind die Ökologiekennwerte des spezifischen Produkts im LuxEeb-Tool
manuell in das Berechnungsblatt der U-Werte zu übertragen.

Allgemeiner Hinweis: Jede Schicht (Dämmmaterialien, Membrane, Holz, Blöcke, Platten) kann optional nach Maßgabe dieser Methode berechnet werden. Beim Rückgriff auf eine produktspezifische EPD handelt es sich nicht um das seitens der Experten primär einzusetzende Verfahren. Um die Berechnung der Ökologiekennwerte so einfach wie möglich zu gestalten, steht im LuxEeb-Tool eine Datenbank zur Verfügung und SÄMTLICHE darin eingetragenen Werte können für die Berechnung der Ökologiekennwerte verwendet werden.
 

(Stand 10/2017)

Was ist zu tun, wenn zu einem Baumaterial keine Angaben der Umweltbelastungen vorliegen?

Für den Fall, dass die Angaben über die Umweltauswirkungen nicht vorliegen, können die Ökologiekennwerte des besagten Baumaterials nicht berechnet werden.

Welcher Primärenergiebedarf wird für die Berechnung des Kennwerts Iprim im Falle von Neubauten berücksichtigt?

Im Falle einer LENOZ-Zertifizierung eines Neubaus werden für die Berechnung des Kennwerts Iprim sowohl der Primärenergiebedarf für die Erstellung des Wohngebäudes als auch der Primärenergiebedarf über 30 Jahren für das

Beheizen des Gebäudes berücksichtigt.

Welcher Primärenergiebedarf wird für die Berechnung des Kennwerts Iprim im Falle eines Bestandsgebäudes berücksichtigt?

Im Falle eines Bestandsgebäudes berücksichtigt der Kennwert Iprim (Kriterium 4.2) nur den Primärenergiebedarf der technischen Installationen, die zur Konditionierung des Gebäudes dienen.
Der Primärenergieaufwand der bestehenden Bausubstanz wird nicht berücksichtigt.

Welche Bauteile eines Wohngebäudes werden für die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim berücksichtigt?

Im Falle eines Neubaus werden die Bauteile der thermischen Hülle (Außenstruktur) und die Innenwände und Innendecken berücksichtigt.
Für die Bauteile der Außenstruktur werden sämtliche für die Berechnung des U-Wertes zu berücksichtigenden Schichten auch für die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim berücksichtigt.
Wohnungstrennwände zwischen zwei Wohngebäuden oder zwischen den verschiedenen Einheiten eines Mehrfamilienhauses gelten als Innenwände (innerhalb der Gebäudehülle).

Im Falle eines Bestandgebäudes werden ausschließlich die im Zuge der Renovierungsarbeiten neu eingebrachten Dämmmaterialien berücksichtigt.
 

(Stand 10/2017)

Welche Bauteilschichten sind für die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim zu berücksichtigen?

Die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim folgt den Regeln der Berechnung der U-Werte. Allerdings müssen Abdichtungsschichten und Dampfbremsen für die Berechnung der ökologischen Kennwerte berücksichtigt werden, auch wenn diese bei der Berechnung des U-Wertes aufgrund ihres geringen Dämmwirkung vernachlässigbar sind.
 

(Stand 10/2017)

Details zu Ieco12 siehe Abschnitt 5 Fragen zur Förderung energetischer und nachhaltiger Renovierungen im Rahmen der PRIME House ab 2017

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