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LENOZ

Inhaltsverzeichnis

Zertifikat LENOZ

Was ist LENOZ?

LENOZ ist eine auf die luxemburgischen Gegebenheiten angepasste, freiwillige Nachhaltigkeitsbewertung von Wohngebäuden. Die Abkürzung „LENOZ“ steht für „Lëtzebuerger Nohaltegkeets-Zertifizéierung“.

Was beinhaltet ein LENOZ-Zertifikat?

Ein LENOZ-Zertifikat beinhaltet die Bewertung der Nachhaltigkeit eines Wohngebäudes auf der Grundlage von sechs Kategorien: Standort, Gesellschaft, Ökonomie, Ökologie, Gebäude & Technik und Funktion. Im Zertifikat werden die erreichte Nachhaltigkeitsklasse sowie die pro Kategorie/Thema erhaltene Punktzahl wiedergegeben.

Welche Beihilfen sind an ein LENOZ Zertifikat gebunden?

Für das Erstellen eines LENOZ-Zertifikats kann eine finanzielle Beihilfe («prime d’établissement») in Höhe von 1.500 Euro für ein Einfamilienhaus und von 750 Euro pro Wohneinheit in einem Mehrfamilienhaus beantragt werden.

Wer darf ein LENOZ-Zertifikat erstellen?

Folgende Personen dürfen LENOZ-Zertifikate erstellen:

  • Architekten und Ingenieuren im Sinne des Gesetzes vom 13. Dezember 1989 (loi du 13 décembre 1989 portant organisation des professions d’architecte et d’ingénieur-conseil),
  • Akkreditierte Personen im Sinne des Gesetzes vom 5. August 1993 (loi du 5 août 1993 concernant l’utilisation rationnelle de l’énergie),
  • Energieberater im Sinne des Gesetzes vom 21. April 1993 (loi du 21 avril 1993 relative à l’agrément des personnes physiques ou morales privées ou publiques, autres que l’Etat pour l’accomplissement de tâches techniques d’étude et de vérification dans le domaine de l’environnement).

Ist ein LENOZ-Zertifikat obligatorisch?

Nein, das LENOZ-Zertifikat ist ein freiwilliges Zertifikat, das Bauherrn und Eigentümer über den Nachhaltigkeitsgrad einer Wohnimmobilie informiert.

In welchen Fällen kann ein Zertifikat erstellt werden?

Ein LENOZ-Zertifikat kann für alle Wohngebäude erstellt werden, für die ein Energiepass vorliegt, unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder ein bestehendes Wohngebäude handelt.
Die Ausstellung eines Zertifikates ist an eine gewisse „Mindestnachhaltigkeit“ entsprechend „Klasse 4“ (Kapitel 0.2 der « Annexe du règlement grand-ducal relative à la certification de la durabilité des logements») gekoppelt. Bestehende Wohngebäude können diese „Mindestnachhaltigkeit“ im Zuge von umfassenden Renovierungsarbeiten erreichen.

Kann ein LENOZ-Zertifikat für den Wohnteil eines Mischgebäudes erstellt werden?

Für alle Gebäude oder Teile eines Gebäudes, für die ein Energiepass eines Wohngebäudes vorliegt, kann ein LENOZ-Zertifikat erstellt werden. Es gelten im Rahmen einer LENOZ-Zertifizierung die gleichen Definitionen von Wohn- und Nutzgebäuden wie beim Energiepass.

Wer kann die Beihilfe zur Erstellung eines LENOZ-Nachhaltigkeitszertifikats im Falle einer Eigentümergemeinschaft beantragen?

Im Allgemeinen beantragt der Eigentümer eines Gebäudes oder der Hausverwalter die Beihilfe zur Erstellung eines Nachhaltigkeitszertifikats.
Ein Bauträger hat demnach Anspruch auf die finanzielle Beihilfe, sofern er zum Zeitpunkt der Einreichung des Antrags Eigentümer des Gebäudes ist. Künftigen Eigentümern von Wohngebäuden kann die finanzielle Beihilfe (prime d’ètablissement) nicht mehr bewilligt werden.
Der Betrag der finanziellen Beihilfe ergibt sich aus den nachstehenden Bestimmungen:

  • Sofern der Bauträger alleiniger Eigentümer ist und der vertikale Katasterauszug noch nicht erstellt wurde: Finanzielle Beihilfe in Höhe von Euro 1 500,-;
  • Sofern der Bauträger alleiniger Eigentümer ist und der vertikale Katasterauszug bereits erstellt wurde: Finanzielle Beihilfe in Höhe von Euro 750,- pro Wohnung bis zur Maximalhöhe der tatsächlichen Kosten.

(Stand 10/2017)

Wer beantragt die Beihilfe zur Erstellung eines LENOZ-Zertifikats im Falle einer Eigentümergemeinschaft?

Im Falle einer Eigentümergemeinschaft kann der Hausverwalter den Antrag stellen.

Wie lange ist ein LENOZ-Zertifikat gültig?

Das Zertifikat besitzt eine maximale Gültigkeit von 10 Jahren ab dem Erstellungsdatum. Neben dem Erstellungsdatum wird auch das Ablaufdatum der Gültigkeit auf dem Zertifikat ausgewiesen.
Außerdem erlischt die Gültigkeit des LENOZ-Zertifikats, wenn für das betroffene Wohngebäude die Gültigkeit des Energiepasses erlischt

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LENOZ-Kategorie 4: Ökologie

Wie wird die Ökologie eines Wohngebäudes nach LENOZ bewertet?

Die Ökologie eines Wohngebäudes wird durch die Ökologiekennwerte Ienv und Iprim bewertet. Der Kennwert Iprim bewertet den Primärenergiebedarf der Baumaterialien und der technischen Installationen über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Kennwert Ienv bewertet die Umweltverträglichkeit eines Materials oder eines Bauteils auf Grundlage der folgenden Umweltauswirkungen:

  • Treibhauspotenzial (GWP),
  • Ozonschichtabbaupotenzial (ODP),
  • Ozonbildungspotenzial (POCP),
  • Versauerungspotenzial (AP),
  • Überdüngungspotenzial (EP).

Darüber hinaus wird die Ökologie eines Wohngebäudes auch durch die nachstehenden Kriterien bestimmt:

  • Einsatz von Holz aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung;
  • Senkung des Trinkwasserverbrauchs und der Abwassermenge;
  • Einsatz erneuerbarer Energien;
  • Eigenverbrauch des seitens der Photovoltaikanlage erzeugten Stroms;
  • Senkung des Stromverbrauchs der Haushaltsgeräte.

(Stand 10/2017)

Wie berechnet man die Ökologiekennwerte Ienv und Iprim?

Im Allgemeinen werden die Ökologiekennwerte Ienv und Iprim beim Ausfüllen des Berechnungsblattes der Wärmedurchgangskoeffizienten der verschiedenen Schichten der thermischen Hülle (U-Wert) automatisch berechnet (ausgehend von der im LuxEeb-Tool implementierten Datenbank).
Im Kapitel 7.3 der «Annexe du règlement grand-ducal relative à la certification de la durabilité des logements» ist der Kennwert Ienv für verschiedene Konstruktionen angegeben. Die aktuellen, im LuxEeB-H-tool hinterlegten Materialwerte können eingesehen werden im Dokument „Materialdaten LENOZ 2016“ auf der Internetseite http://www.ml.public.lu/fr/lenoz/Experts/index.html
 

(Stand 10/2017)

Kann ein Experte zur Berechnung der Umweltauswirkungen andere Materialdaten als die im LuxEeB-H-Tool hinterlegten Daten verwenden?

Ein Experte kann andere Materialdaten als die im LuxEeb-H-Tool hinterlegten Daten verwenden, und zwar:

  • « Ökobau.dat 2016 » conformément à la norme EN 15804 (édition du 18.05.2016)

oder

  • EPD (Environmental Product Declaration) du constructeur conformément à la norme EN 15804.

Sofern sich die Verwendung einer EPD für ein spezifisches Produkt als vorteilhaft erweist, steht den Experten der seitens des Ministeriums für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen bereitgestellte Icalc-Kalkulator zur Verfügung, der auf der Webseite www.myenergy.lu unter der Rubrik „Experten“ heruntergeladen werden kann.
Im Falle der individuellen Berechnung seitens des Experten sind die zur Berechnung der Ökologiekennwerte erforderlichen Werte in Blatt Nr. 4 des Icalc-Kalkulators einzutragen.

Im Anschluss daran sind die Ökologiekennwerte des spezifischen Produkts im LuxEeb-Tool
manuell in das Berechnungsblatt der U-Werte zu übertragen.

Allgemeiner Hinweis: Jede Schicht (Dämmmaterialien, Membrane, Holz, Blöcke, Platten) kann optional nach Maßgabe dieser Methode berechnet werden. Beim Rückgriff auf eine produktspezifische EPD handelt es sich nicht um das seitens der Experten primär einzusetzende Verfahren. Um die Berechnung der Ökologiekennwerte so einfach wie möglich zu gestalten, steht im LuxEeb-Tool eine Datenbank zur Verfügung und SÄMTLICHE darin eingetragenen Werte können für die Berechnung der Ökologiekennwerte verwendet werden.
 

(Stand 10/2017)

Was ist zu tun, wenn zu einem Baumaterial keine Angaben der Umweltbelastungen vorliegen?

Für den Fall, dass die Angaben über die Umweltauswirkungen nicht vorliegen, können die Ökologiekennwerte des besagten Baumaterials nicht berechnet werden.

Welcher Primärenergiebedarf wird für die Berechnung des Kennwerts Iprim im Falle von Neubauten berücksichtigt?

Im Falle einer LENOZ-Zertifizierung eines Neubaus werden für die Berechnung des Kennwerts Iprim sowohl der Primärenergiebedarf für die Erstellung des Wohngebäudes als auch der Primärenergiebedarf über 30 Jahren für das

Beheizen des Gebäudes berücksichtigt.

Welcher Primärenergiebedarf wird für die Berechnung des Kennwerts Iprim im Falle eines Bestandsgebäudes berücksichtigt?

Im Falle eines Bestandsgebäudes berücksichtigt der Kennwert Iprim (Kriterium 4.2) nur den Primärenergiebedarf der technischen Installationen, die zur Konditionierung des Gebäudes dienen.
Der Primärenergieaufwand der bestehenden Bausubstanz wird nicht berücksichtigt.

Welche Bauteile eines Wohngebäudes werden für die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim berücksichtigt?

Im Falle eines Neubaus werden die Bauteile der thermischen Hülle (Außenstruktur) und die Innenwände und Innendecken berücksichtigt.
Für die Bauteile der Außenstruktur werden sämtliche für die Berechnung des U-Wertes zu berücksichtigenden Schichten auch für die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim berücksichtigt.
Wohnungstrennwände zwischen zwei Wohngebäuden oder zwischen den verschiedenen Einheiten eines Mehrfamilienhauses gelten als Innenwände (innerhalb der Gebäudehülle).

Im Falle eines Bestandgebäudes werden ausschließlich die im Zuge der Renovierungsarbeiten neu eingebrachten Dämmmaterialien berücksichtigt.
 

(Stand 10/2017)

Welche Bauteilschichten sind für die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim zu berücksichtigen?

Die Berechnung der Kennwerte Ienv und Iprim folgt den Regeln der Berechnung der U-Werte. Allerdings müssen Abdichtungsschichten und Dampfbremsen für die Berechnung der ökologischen Kennwerte berücksichtigt werden, auch wenn diese bei der Berechnung des U-Wertes aufgrund ihres geringen Dämmwirkung vernachlässigbar sind.
 

(Stand 10/2017)

Details zu Ieco12 siehe Abschnitt 5 Fragen zur Förderung energetischer und nachhaltiger Renovierungen im Rahmen der PRIMe House ab 2017

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LENOZ-Kategorie 5: Gebäude und Technik

Welche Anforderungen stellt das LENOZ-Kriterium 5.8 an die Demontierbarkeit eines Neubaus?

Der überwiegende Anteil eines Bauteils, d.h. über 50% seiner Fläche, muss einfach demontierbar bzw. trennbar sein.
Ausgenommen von der Anforderung an die Demontierbarkeit sind:

  • Putzschicht auf Dämmungen auf Mauerwerk
  • Erdberührte Bauteile.

Für die Demontierbarkeit müssen sämtliche Schichten eines Bauteils berücksichtigt werden, welche auch für die U-Wert-Berechnung zu berücksichtigen sind. Erdreichberührte Bauteile sowie die Oberflächenmaterialien von Wänden, Böden und Decken (z.B. Tapeten, Farben, Bodenbeläge usw.) werden nicht mit einbezogen. Ein Verzeichnis der Materialien der überwiegend vorhandenen Bauteile ist zu erstellen, das die Lage, den Aufbau und die Art der Materialzusammensetzung pro Bauteil enthält. Eine Vorlage der Liste befindet sich im LENOZ-Musterdossier.

(Stand 10/2017)

Zu welchen Bauteilen müssen Angaben hinsichtlich der Demontagefähigkeit gemacht werden?

Die Angaben der Demontagefähigkeit müssen zu allen Bauteilen der Gebäudehülle sowie zur inneren Struktur (Wände und Decken) gemacht werden:

  • Dachkonstruktion
  • Außenwandkonstruktion
  • Fenster
  • Unterer Abschluss der Gebäudehülle
  • Innendecken
  • Innenwände

Wie verfasst man die Dokumentation der technischen Anlagen entsprechend dem LENOZ-Kriterium 5.7.6?

myenergy hat eine Vorlage eines kurzen und einfachen Handbuchs, das die Beschreibung der wichtigsten Bestandteile der technischen Anlagen, deren Regelung sowie Wartungsintervalle enthält entwickelt. Sie können die einzelnen Kapitel pro Anlagentechnik hier runterladen.
 

(Stand 10/2017)

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