5. Klimapakt-Tag: ein einstimmiges Engagement mit vielfältigen Zukunftsperspektiven

Ein voller Erfolg, zugunsten des Klimas und der Bürger

Seit Juni 2017 sind ausnahmslos alle luxemburgischen Gemeinden Unterzeichner des Klimapaktes. Gilbert Théato, Direktor von myenergy, bemerkt dazu, dass „dieser Schritt einen Meilenstein darstellt der demonstriert, welche Bedeutung die Gemeinden dem Kampf gegen den Klimawandel beimessen und die Wichtigkeit des Klimapaktes unterstreicht.“
Dieses Jahr wurden Clerf, Putscheid, Hesperingen und Saeul ihre Zertifizierungen übergeben, womit die Anzahl der zertifizierten Gemeinden nun bei 86 liegt, was 82 % aller Gemeinden des Großherzogtums entspricht. Die Zertifizierung erkennt die Leistungen, die Projekte und die Errungenschaften der „Klimateams“ in den jeweiligen Gemeinden an. Das Ziel ist es, ihre Vorreiterrolle in der Klimapolitik „Global denken – lokal handeln“ zu stärken, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren und zudem lokale und regionale Investitionen anzukurbeln.

Außerdem ermöglichten ihre Fortschritte im Maßnahmenkatalog des Klimapaktes einerseits, sowie die Realisierung von Innovationsprojekten anderseits, dass die Gemeinden Clerf, Hesperingen und Putscheid, gleich die Schwelle von 75 % Konformität erreichten – und somit Teil des Clubs der mit dem „European Energy Award® Gold“ zertifizierten Gemeinden zu werden. Vorzeigeprojekte sind die Schaffung einer zentralen Gemeindewerkstatt in Clerf, deren Heizsystem durch eine Wärmepumpe mit Eisspeicher betrieben wird, die energetische Renovierung und der Umbau des Herrenhauses von Merscheid in drei Sozialwohnungen und die Einführung von Energiesparkonten in Hesperingen, welche es den Bürgern und Unternehmen fortan erlaubt, ihren Energieverbrauch zu verfolgen und ihn mit dem ähnlicher Haushalte oder Betriebe zu vergleichen.

Zukunftsorientierte Gemeinden: die Agenda 2030 und die circular economy im Fokus

Umweltministerin Carole Dieschbourg hat den Gemeinden zu ihren Erfolgen gratuliert und hervorgehoben, dass diese zu der Verantwortung beitragen die Luxemburg in der internationalen Gemeinschaft übernimmt. Allem voran im Rahmen der Umsetzung der Agenda 2030. Letztere stellt eine Roadmap für die Entwicklung und für die nachhaltige Entwicklung dar und teilt diese Verantwortung unter allen Ländern sowie zwischen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren auf. Daher sind die Überschneidungspunkte zwischen dem Klimapakt und der Agenda 2030 zahlreich und betreffen z. B. die energetische Planung oder Normen im Bauwesen. Camille Gira, Staatssekretär für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur hat seinerseits unterstrichen, dass Luxemburg sich dank multilateraler Partnerschaftsmodelle wie dem Klimapakt den Umweltherausforderungen stellen kann, an deren Dringlichkeit das weltweite Geschehen regelmäßig erinnert.

Des Weiteren hat auch die circular economy Einzug in den Klimapakt gefunden. In einem ersten Schritt haben die Projektleiter des Klimapaktes die Aktivitätsbereiche der Gemeinden identifiziert, die für die Förderung der circular economy von Relevanz sind: u.a. das Management von Ressourcen, die Nutzungsflexibilität und die Sensibilisierung. Es wurde ein zusätzlicher Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, dessen zwölf Maßnahmen sich auf die sechs Themenbereiche des Klimapaktes aufteilen. Um die Arbeit der Gemeinden diesbezüglich zu vereinfachen, wurde darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der Hotspot Gemeinde Wiltz und Luxinnovation Arbeitshilfen entwickelt. Es bleibt abzuwarten, welche Gemeinden der circular economy vorangehen und als erste das Badge „Klimapakt Économie circulaire“ verliehen bekommen.

Neue Projekte: Mitmachen erwünscht!

Eine weitere Neuerung im Jahr 2017 stellt die Zertifizierung „Klimapakt – Loftqualitéit“ dar. Sie honoriert das Engagement von Gemeinden für eine saubere Luft. Um die Zertifizierung zu erreichen, müssen die Gemeinden eine gewisse Punktzahl im Klimapakt erreichen und einen Emissionsrechner nutzen, der für die Abgasmessung der Fahrzeugflotte angewendet wird. Kurzum: Die Gemeinde muss einen nachhaltigen Einsatz für die Luftqualität nachweisen. Die Bemühungen werden geprüft und validiert, bevor die Zertifizierung erteilt wird. Im Jahr der Einführung, ist es bereits der Gemeinde Hesperange gelungen, sich für ihr vielfältiges Engagement in diesem Bereich zertifizieren zu lassen. Die so ausgezeichneten Gemeinden profitieren von einer Bandbreite an zusätzlichen Kommunikationsmaterialien.

Zudem sind Vereine dazu aufgerufen, an einem neuen Wettbewerb teilzunehmen. Unter der Schirmherrschaft des MDDI, hat die Oekozenter Pafendall a.s.b.l. in Zusammenarbeit mit myenergy das Konzept des „Klimaconcours“ entwickelt. Dieser Wettbewerb soll das Engagement von Vereinen im Bereich des Klimaschutzes sichtbarer machen und zeichnet Vorzeigeprojekte aus. Zudem ermöglicht er Gemeinden sich miteinander zu messen. Thierry Lagoda vom Oekozenter Pafendall unterstreicht, dass „dieser Wettbewerb es erlaubt, Mitglieder von Vereinen für den Klimaschutz zu sensibilisieren, Vereine als Multiplikatoren zu gewinnen sowie konkrete Maßnahmen umzusetzen.“

Schließlich wurde das neue INTERREG-Projekt GReENEFF sowie die Teilnahmebedingungen für die Gemeinden vorgestellt. Das im Jahr 2016 eingerichtete grenzüberschreitende Netzwerk unterstützt die Umsetzung und die Betreuung von Pilotprojekten im Saarland, Rheinland-Pfalz, in Luxemburg an der Mosel und in Wallonien. Das Ziel dieser Initiative ist die Stärkung der ökologischen Dimension im Bereich der nachhaltigen Quartiers-Planung, aber auch die Schaffung von sozialem Wohnraum mit hohen Energiestandards.

Der „Klimapak-Dag“: Er ist für die Gemeinden zu einem festen Treffpunkt geworden. Auch die diesjährige Ausgabe hat einmal mehr dazu beigetragen, alle interessierten Parteien dazu zu ermutigen, ihr Engagement fortzuführen und sich noch weiter für die Umsetzung und Förderung einer nachhaltigen Energie- und Klimapolitik einzusetzen.

 

Kontakt für Rückfragen,Interview- oder Bildwünsche:
Sarah Melcher, Responsable communication et relations publiques, T. (+352) 40 66 58-44, sarah.melcher@myenergy.lu

Über den Klimapakt
Dank des „European Energy Award®“ sowie eines Energiebuchhaltungssystems, das im Rahmen des Klimapakts für die Messung der Energieeffizienz von Infrastrukturen und Ausrüstung zur Verfügung gestellt wird, sind nun alle Gemeinden auf dem Weg zu einer nachhaltigen Politik. Im Fokus: Eine ökologisch bewusste Entwicklung, gepaart mit sauberer Energie. Die Gemeinden profitieren dabei sowohl von technischer Unterstützung, als auch von finanziellen staatlichen Beihilfen. Die Basisberatung wird durch einen Klimaberater gewährleistet, der entweder intern im Bereich des Service technique angesiedelt ist, oder aus einem Beraterpool stammt, den myenergy zur Verfügung stellt. Zweimal im Jahr nehmen alle Klimaberater an verpflichtenden Fortbildungen teil, welche die diversen Klimapakt-Themen behandeln.

Der Klimapakt in Zahlen

  • 105 Gemeinden engagieren sich heute im Rahmen des Klimapakts
  • 32 zertifizierte Klimaberater
  • Insgesamt 86 zertifizierte Gemeinden, davon:
    -   9 Gemeinden - Zertifizierungsstufe 1 (≥ 40%)
    - 70 Gemeinden - Zertifizierungsstufe 2 (≥ 50%)
    -   7 Gemeinden - Zertifizierungsstufe 3 (≥ 75%)

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