Der „Heizungscheck“: Einfach, wirksam und rentabel

Im Rahmen der Bekämpfung des Klimawandels muss sich Luxemburg in verstärktem Maße um die Reduzierung der Treibhausgase bemühen. Darüber hinaus besteht die allgemeine Erfordernis zur Ausschöpfung der Möglichkeiten zur Senkung der Luftschadstoffemissionen, und dabei insbesondere der Stickstoffdioxidemissionen. Einerseits wurde der jährliche Grenzwert für Stickstoffdioxid in der Atmosphäre an mehreren Messpunkten in Luxemburg überschritten, und andererseits kann die nationale Obergrenze für Stickoxidemissionen gegenwärtig nicht eingehalten werden.

Großes Reduzierungspotential

Durch eine Modernisierung der Heizungsanlagen besteht in Luxemburg großes Potential für die Reduzierung der Treibhausgase und der Luftschadstoffe. Schätzungsweise über ein Drittel der Heizungsanlagen in Luxemburg wurde vor über 15 Jahren eingebaut. Verglichen mit veralteten Heizungsanlagen, können moderne Heizungsanlagen den Energieverbrauch um bis zu 30% senken.

Neue europäische Bestimmungen

Die derzeitige Regelung1 fordert, dass Gas- und Ölfeuerungsanlagen mindestens alle 4 bzw. alle 2 Jahre einer regelmäßigen Überprüfung durch einen zertifizierten Heizungsinstallateur zu unterziehen sind. 

Die neue Regelung2, mit der eine europäische Richtlinie umgesetzt wurde, führt einige Neuerungen ein: Von nun an müssen auch Holzfeuerungsanlagen alle zwei Jahre einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen werden. Darüber hinaus muss bei der nächsten regelmäßigen Überprüfung die Dimensionierung des Heizsystems (Gas, Öl, Holz) überprüft werden und ein zertifizierter Heizungsinstallateur muss dem Betreiber Tipps in Bezug auf die Verbesserung der Energieeffizienz seines Heizsystems geben.

Die Bewertung der Dimensionierung muss nicht wiederholt werden, sofern zwischenzeitlich keine Änderungen am Heizsystem oder am Gebäude vorgenommen wurden. Selbiges gilt für die technischen Verbesserungstipps, die in diesem Fall ebenfalls ihre Gültigkeit behalten.

Der „Heizungscheck“: Ein einfaches, praktisches und neutrales Instrument

Um die Umsetzung der neuen europäischen Richtlinie zu erleichtern und den zertifizierten Heizungsinstallateuren zu ermöglichen, die Bewertung der Dimensionierung und die Bereitstellung von Verbesserungstipps auf einfache und praktische Weise umzusetzen, hat das Umweltamt den „Heizungscheck“ ausarbeiten lassen, der größtenteils auf alte Heizungsanlagen abzielt. 

Neben der Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen ermöglicht der „Heizungscheck“ dem Betreiber jedoch in erster Linie den Erhalt neutraler und konkreter Ratschläge zur lohnenswerten Verbesserung seines Heizsystems.

Die vom „Heizungscheck“ bereitgestellten Verbesserungstipps sollen den Betreibern dabei helfen, die Energieeffizienz ihrer Anlage zu verbessern, den Verbrauch der Anlage zu reduzieren und somit die Energiekosten zu senken.

Die zertifizierten Heizungsinstallateure wurden in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer und dem Verband der Sanitär- und Klimaanlageninstallateure in Bezug auf die Verwendung des neuen Instruments „Heizungscheck“ geschult.

In bestimmten Fällen, in denen Heizungsanlagen ausgetauscht werden, können Finanzbeihilfen in Form von Fördermitteln3 oder der Anwendung des stark ermäßigten MwSt.-Satzes4 gewährt werden.

Der Heizungscheck und der Energiepass: Ein gutes Team

Der „Heizungscheck“ ist nicht mit dem Energiepass zu verwechseln. Während der „Heizungscheck“ eine sorgfältige Bewertung eines Heizsystems durchführt, berücksichtigt der Energiepass, dessen Zielsetzung in der einfachen und transparenten Angabe der Energiebedürfnisse von Gebäuden besteht, lediglich bestimmte zusammenfassende Parameter einer Heizungsanlage.  

Wenngleich die Wärmedämmung des Gebäudes die wirksamste Art der Energieeinsparung darstellt, so ermöglicht die Modernisierung des Heizkessels, der nach Maßgabe der reduzierten Energiebedürfnisse dimensioniert wird, eine noch größere Senkung des Energiebedarfs. Der „Heizungscheck“ stellt folglich eine nützliche Ergänzung zum Energiepass dar.

Verbraucherinformation: myenergy-Helpdesk und myenergy-Hotline

myenergy stellt den „Heizungscheck“ anlässlich der vom 11. bis 19. Oktober 2014 stattfindenden Herbstmesse „Home and Living Expo“ vor. Darüber hinaus steht Ihnen myenergy für jedwede Informationen und Tipps in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen zur Verfügung. Die Verbraucher können sich über die myenergy-Hotline unter der Rufnummer 8002 11 90 informieren.

 

1 Geänderte großherzogliche Verordnung vom 23. Dezember 1987 über mit flüssigen Brennstoffen betriebene Feuerungsanlagen und geänderte großherzogliche Verordnung vom 27. Februar 2010 bezüglich gasbetriebener Feuerungsanlagen

2 Geänderte großherzogliche Verordnung vom 27. Februar 2010 bezüglich gasbetriebener Feuerungsanlagen; Entwurf einer großherzoglichen Verordnung über a) mit festen oder flüssigen Brennstoffen betriebene Feuerungsanlagen einer Nennleistung von über 7kW und unter 20 MW ; b) mit gasförmigen Brennstoffen betriebene Feuerungsanlagen einer Nennleistung von über 3 MW und unter 20 MW

3 Großherzogliche Verordnung vom 12. Dezember 2012 zur Einführung eines Beihilfesystems zur Förderung der rationellen Energienutzung und zur Aufwertung erneuerbarer Energien im Wohnungswesen 

4 Großherzogliche Verordnung vom 30. Juli 2002 über die Anwendung der Mehrwertsteuer auf eine als Hauptwohnsitz genutzte Wohnung und auf die in einer als Hauptwohnsitz genutzten Wohnung durchgeführten Bau- und Renovierungsarbeiten und über die Festsetzung der damit verbundenen Bedingungen und Modalitäten

 

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