Wärmepumpe

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Was ist eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen erweisen sich in gut gedämmten Gebäuden als besonders wirksame Heizsysteme, weshalb sie sich prinzipiell für Neubauten der Wärmeschutzklassen A und B eignen. Sie können jedoch auch in bestehenden Häusern eine Alternative darstellen, sofern sich das Heizsystem für deren Einbau eignet.

Eine Wärmepumpe ermöglicht mithilfe von Strom die Nutzung der im Erdreich oder in der Umgebungsluft gespeicherten Sonnenenergie zum Heizen und für die Erzeugung von Brauchwarmwasser. Sie kann den gesamten Wärmebedarf eines Gebäudes liefern, unabhängig vom Tages‐/Nachtzyklus und den Jahreszeiten. Die Wärmepumpen basieren auf einer ausgereiften Technik, zeichnen sich durch einen wartungsarmen Betrieb aus und stellen eine vollwertige und raumsparende Alternative dar.

Eine Wärmepumpe ist ein mit Strom versorgtes Aggregat, das Niedertemperaturwärme (aus dem Untergrund oder der Raumluft gewonnen) nutzt und dieses Temperaturniveau auf ein höheres Temperaturniveau erhöht (um zu Heizzwecken zu dienen). Die Qualität einer Wärmepumpe ist durch ihre Leistungszahl (COP) definiert. Diese Leistungszahl gibt an, wie viele Wärmeeinheiten pro seitens der Wärmepumpe verbrauchter Stromeinheit erzeugt werden. Leistungsstarke Wärmepumpen erreichen dabei Werte von über 4.

Je geringer der Unterschied zwischen dem niedrigen und dem hohen Temperaturniveau ist, umso höher ist die Leistungszahl der Pumpe und umso sparsamer ist ihr Betrieb. Eine Wärmepumpe funktioniert daher am besten bei relativ niedrigen Temperaturen des Wärmeverteilerkreislaufs (idealerweise mit einer Vorlauftemperatur von unter 35°C).

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Erdwärmepumpe

Es gibt 3 Arten von Wärmepumpen (WP), die die Erdwärme nutzen:

  • WP mit horizontalen Erdwärmekollektoren
  • WP mit vertikalen Sonden
  • WP mit Erdwärmekörben oder Spiralsonden

1. Erdwärmekollektoren 

PAC Collecteurs géothermiques

Die Erdwärmekollektoren werden in mindestens 1,5 m Tiefe horizontal unter der Erde verlegt. In Abhängigkeit von der Dämmqualität des Gebäudes erfordern sie eine Fläche, die 1,5 bis 2,5 Mal so groß ist wie die zu beheizende Wohnfläche.

Die Leistungszahlen der Wärmepumpen mit horizontalem Kollektor erreichen für gewöhnlich Werte von über 4,3 (B0/W35–).

DATENBLATT:

Eignung des Systems für ein Haus mit der Wärmeschutzklasse
A Ja
C Mittelmäßig
I Nein
Nutzungskomfort: Versorgung, Befüllung, Reinigung… +++
Jährliche und regelmäßige Wartung +
CO2‐Emissionen* ++
Platzbedarf & Lagerung** 0

* Je nach Leistungszahl

** Die Wärmepumpe an sich ist raumsparend, doch für den Kollektor ist eine große Außenfläche einzuplanen

2. Erdwärmesonden

Bei den Erdwärmesonden handelt es sich am häufigsten um U‐förmig gebogene Rohre, die in vertikale Bohrlöcher von 50‐100 m Tiefe eingeführt werden. Die Tiefe und die Anzahl der Bohrlöcher hängen dabei von der Heizleistung des Gebäudes und von den Bodeneigenschaften ab.

Zum Schutz des Grundwassers sind geothermische Bohrungen nur an bestimmten Stellen erlaubt. Eine Übersicht der zulässigen Standorte ist hier abrufbar (‐Im Menüpunkt Grundwasser, Einschränkung Wärmepumpen ankreuzen).

restriction pompes à chaleur au Luxembourg

Die Antragsformulare finden Sie auf eau.public.lu

Darüber hinaus unterliegen Bohrungen zur Anbringung von Erdwärmesonden für Anlagen > 30kW im Rahmen des abgeänderten Gesetzes vom 10. Juni 1999 über klassifizierte Einrichtungen („Commodo‐Incommodo‐ Gesetz“) einer Genehmigung.

Die Leistungszahlen der Wärmepumpen mit vertikalen Sonden erreichen für gewöhnlich Werte von > 4,3 (B0/W35).

DATENBLATT

Eignung des Systems für ein Haus mit der Wärmeschutzklasse
A Ja
C Mittelmäßig
I Nein
Nutzungskomfort: Versorgung, Befüllung, Reinigung… +++
Jährliche und regelmäßige Wartung +
CO2‐Emissionen* ++
Platzbedarf & Lagerung ++

* Je nach Leistungszahl

3. Erdwärmekörbe oder Spiralsonden

Bei den Erdwärmekörben oder Spiralsonden handelt es sich um Rohre, die in Form eines Kegels oder Zylinders mit einem Durchmesser von 2 bis 10 m aufgewickelt sind. Sie werden größtenteils in rund 2 m Tiefe vertikal und im Abstand von mindestens 2 m zueinander im Boden angebracht. Dieses System hat den Vorteil, dass es eine weniger große Bodenfläche als die Erdwärmekollektoren benötigt und keine tiefen Bohrlöcher wie für die Erdwärmesonden erfordert.

Informieren Sie sich beim Wasserwirtschaftsamt über die eventuelle Pflicht zur Beantragung einer Genehmigung!

Die Leistungszahlen der Wärmepumpen mit Spiralsonden erreichen für gewöhnlich Werte von > 4,3 (B0/W35).

DATENBLATT

Eignung des Systems für ein Haus mit der Wärmeschutzklasse
A Ja
C Mittelmäßig
I Nein
Nutzungskomfort: Versorgung, Befüllung, Reinigung… +++
Jährliche und regelmäßige Wartung +
CO2‐Emissionen* ++
Platzbedarf & Lagerung +

* Je nach Leistungszahl

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Luft‐Wasser‐Wärmepumpe

Eine Luft‐Wasser‐Wärmepumpe nimmt die Energie der Außenluft auf. Der Nachteil dabei ist, dass bei sinkender Außentemperatur die Menge der aufzunehmenden Energie für den Wärmebedarf des Gebäudes steigt. Die Leistungszahlen sind somit niedriger als die Leistungszahlen der Erdwärmepumpen, was sich einerseits durch eine Steigerung des Stromverbrauchs und somit der Betriebskosten, und andererseits durch eine Verschlechterung der Emissionsbilanz äußert. Die Lautstärke der Luft‐Wasser‐Wärmepumpe ist zum Zeitpunkt der Planung zu berücksichtigen.

Die Leistungszahlen der Luft‐Wasser‐ Wärmepumpen erreichen für gewöhnlich Werte von > 3,1 (A2/W35).

DATENBLATT

Eignung des Systems für ein Haus mit der Wärmeschutzklasse
A Ja
C Nein
I Nein
Nutzungskomfort: Versorgung, Befüllung, Reinigung… +++
Jährliche und regelmäßige Wartung +
CO2‐Emissionen* +
Platzbedarf & Lagerung ++

* Je nach Leistungszahl

Wussten Sie schon?

  • Die Anlage muss richtig dimensioniert sein, um die Anzahl der Anläufe der Wärmepumpe zu reduzieren.
  • Die Temperatur des Heizkreislaufs muss idealerweise unter 35°C liegen; das Haus muss folglich gut gedämmt sein und über ein geeignetes Heizsystem verfügen (Fußbodenheizung oder Wandheizung).
  • Es wird empfohlen, die Wärmepumpe auch für die Erzeugung von Brauchwarmwasser zu verwenden.
  • Der Einbau eines Stromzählers ist für den Erhalt der staatlichen Zuschüsse obligatorisch.
  • Erdwärmepumpen ermöglichen eine passive Kühlung. Durch den Einbau eines Zusatzmoduls können die Umwälzpumpen ohne Einschalten des Kompressors der Wärmepumpe betrieben werden.
  • Zur Gewährleistung der guten Funktionsweise der Wärmepumpe ist eine regelmäßige Wartung vorzusehen.
  • Die an Hybridkollektoren (Nutzung der Sonneneinstrahlung und der Außenluft) gekoppelte Wärmepumpe mit Eis‐ Latentwärmespeicher stellt eine Alternative zu den herkömmlichen Wärmepumpen dar.

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